Acting

4. März 2007

‘They say about acting and begging that if you do it for three days, you can’t stop any more.’
(Mori Tatsuya, Japan, in DOCUMENTARY BOX Nr 27)
Interessant ist die Gleichsetzung von acting und begging.
In Japan wird man in den Kaufhäusern von sich tief verbeugenden Hostessen empfangen.
Das will persönlich nichts besagen. Nach Hermann Hesse wohnt allem Anfang
ein Zauber inne. Vielleicht auch eine Verzauberung.
Übrigens rate ich Leuten, die mit dem Rauchen aufhören wollen:
verlangt von euch drei Tage Abstinenz, nur drei Tage.
Ich habe die Einübung in die Schauspielerei als Disziplinierung empfunden
und stelle mir begging als ein Ausruhen vor.
Allerdings erkauft mit gehöriger Anstrengung.

Angela Winkler in der Wochenendbeilage der SZ:
‘Irgendwann rief dann Luc Bondy, der Leiter der Wiener Festspiele, an
der mir von diesem wunderbaren Knopf im Ohr erzählte,
durch den einem der Text ins Ohr geflüstert wird.’ So kann man acting und begging auf den Punkt bringen.

Deutscher Filmpreis 2007

24. Februar 2007

Heute Oscar Tag/Nacht-. Nebenan liegt ein Karton mit ca 50 DVD’s -
alles deutsche Spielfilme, die eine Vorauswahl überstanden haben.
‘Emmas Glück’. Nach Til SchweigersKassenerfolg mit ‘barfuß’ war
abzusehen, dass auch Jürgen Vogel eine amour fou Chance bekommt.
In 11 von 15 Kategorien für den Lola-Preis der Deutschen Filmakademie
steht der Film zur Wahl.
Nicht nur der Lola-Preis zahlt sich aus - auch die fünf letztlich
als ‘beste Spielfilme’ nominierten Filme erhalten jeweils
200 000 Euro oder so. Das hat Emma so gut wie sicher.
Emmas Glück - Jürgens Pech. Nicht nominiert wurde hier
seine Arbeit als ‘beste darstellerische Leistung’. Kann ihm egal sein.
Mit ‘Der Freie Wille’ hat er den Fuß am Treppchen.
Und in ‘Ein Freund von mir’ ist er auch dabei.
Ich habe ihn ein mal erlebt, als er sich plöztlich vehement weigerte,
irgendwelche gestelzten Posen für ein Standfoto einzunehmen.
Mir imponiert dieses Dreigestirn der jungen wilden Schauspieler -
Schweiger/Vogel/Brühl ungemein.
Sie machen was aus ihren Chancen.
Und Daniel Brühl bekommt sicher auch noch seinen amour fou Film.
Vorausgesetzt Emma hat auch an der Kinokasse Glück.
Mal sehen wohin die Oscars gehen. Michael Ballhaus hat heute
in der SZ sein Interiew in der ‘Welt modifiziert.
Aber die Kernfrage ist geblieben: soll ein Regisseur einen
Oscar für enen Film bekommen, dessen Haupdarsteller aktenkundig
in wichtigen Szenen (die er selbst geschrieben hat) Regie führte?
Milch holen steht an.

message 5.12.06

5. Dezember 2006

Laurens, willkommen back home. christian

Tagebuch

23. September 2006

‘Wer früher stirbt, ist länger tot’ - in Mike’s Kino in Prien, auf dem Barhocker - ausverkauft.
Es gibt Filme, die bestehen aus einem zentralen Moment mit Vor- Nachspiel. Wird die Großmutter dreimal läuten? Unsterblicher Blick eines kleinen blonden Mädchens. Im Rückblick ein brillantes Lehrstück über die Verwirrung eines jungen Gemüts, eingeklemmt in usurpierende Angstträume.
Diesem Film gönne ich seinen Erfolg von Herzen - trotz der vielen Minuten ungemütlicher Langeweile auf dem Barhocker. Es gibt eben Filme, die sieht man erst einen Tag danach. Indian summer. Zwetschgenreife. Transrapidunglück - wie unverfroren nach 20jähriger Probezeit ein katastrophales Defizit der autonomen Streckenüberwachung als ‘menschliches Versagen’ auszugeben, um das Renommeé dieses Dinosauriers zu retten. Samstag 23. September 2006